Harzstadt Wernigerode

Über die genaue Entstehung des Ortes gibt es keine schriftlichen Quellen. Nach neuesten Forschungen bestehen keine - wie durch Dr. Eduard Jacobs und Walther Grosse bislang angenommen - ursprünglichen Beziehungen zum Kloster Corvey ( Weser ) und dem dortigen Abt Warin, sondern der Ortsname weist vielmehr auf eine geschützte Rodungssiedlung hin.

Erstes Siedlungsgebiet war der Klint, wo sich eine Niederungsburg befand, die sogenannte Schnakenburg. 1805 wurden die Reste dieser Burganlage abgebrochenen, als Teil davon ist nur noch das Haus Gadenstedt (Oberpfarrkirchhof 12) aus dem Jahre 1582 erhalten. Zu Zeiten der ersten Siedlung befand sich auf der Anhöhe des Klints noch der harztypische Urwald, der erst gerodet werden musste, daher auch der Namensteil "-rode".

Der Ort wurde 1121 erstmals urkundlich in Zusammenhang mit einem hier ansässig gewordenen, aus Haimar bei Hildesheim stammenden Grafengeschlecht erwähnt. Am 17. April 1229 wurde der Siedlung das Stadtrecht nach dem Vorbild von Goslar verliehen. Im Jahre 2004 feierte Wernigerode das Jubiläum der Verleihung des Stadtrechts vor 775 Jahren.

Nach dem Aussterben der Grafen von Wernigerode in männlicher Linie 1429 wurden Wernigerode Sitz der Grafen zu Stolberg, die über Jahrhunderte hier die Oberherrschaft ausübten. Im Bauernkrieg 1525 wurden mehrere umliegende Klöster geplündert und teilweise zerstört, so insbesondere das Kloster Himmelpforten im heutigen Stadtteil Hasserode. Plünderungen im Dreißigjährigen und Zerstörungen durch Brände brachten großes Leid über die hier ansässige Bevölkerung.

1714 mussten sich die Grafen zu Stolberg-Wernigerode in einem Rezess die Oberhoheit Brandenburg-Preußens über die Grafschaft Stolberg anerkennen.

Von 1807 bis 1813 war Wernigerode in das Königreich Westfalen integriert, bevor die Stadt dem neugebildeten preußischen Landkreis Osterwieck der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet wurde. Erst nach Einspruch des Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode wurde Wernigerode 1825 wieder Sitz eines eigenen Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Magdeburg.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Wernigerode neben dem Tourismus die industrielle Entwicklung (u. a. Maschinen- und Werkzeugbau, Elektromotoren, Pharmazeutische Produkte, Schokolade, Schreibwaren, Baustoffe) ein, die zu einem wesentlichen Aufschwung der Stadt als Tourismuszentrum und Wirtschaftsstandort führten.

Wernigerode hat sehr viele touristische Attraktionen. Der Stadtkern besteht zum großen Teil aus niedersächsichen Fachwerkhäusern. Das neugotische Wernigeröder Schloss ist vergleichbar mit dem berühmten Schloss Neuschwanstein, ist aber älteren Ursprungs. Auch die Umgebung von Wernigerode ist äußerst reizvoll. Hier startet die Harzer Schmalspurbahn, die über Schierke zum Brocken (Blocksberg) sowie nach Nordhausen in Thüringen fährt.

 

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